Projektbeschreibung

Das Projekt GEMPLAY (GEndered games Motivating PhysicaL ActivitY) zielt darauf ab, Menschen durch gendergerecht personalisierte Spielkonzepte zu gezielter und regelmäßiger körperlicher Bewegung zu motivieren. Langfristig sollen somit positive Verhaltensmuster verankert  und gesundheitliche Vorteile hervorgebracht werden.

Damit die Ziele von GEMPLAY verwirklicht werden können, beschäftigt sich dieses Forschungsprojekt im Wesentlichen mit folgenden Disziplinen:

  • Bewegungsverhalten
    Die Charakterisierung des Bewegungsverhaltens und -vorliebe jeder einzelnen Person dient als Grundlage für die Auswahl der möglichen Spielkonzepte in der Evaluierung. Die Bewegungsförderung findet unter Einfluss der individuellen Personenmerkmale mit Hilfe von geeigneten Spielen statt.
  • Spiele und Spielverhalten
    Geschlechtsspezifische Unterschiede in Bezug auf Spielverhalten und Präferenzen bei Computerspielen sind bei genauerer Betrachtung auszumachen. In GEMPLAY werden unterschiedliche Charakteristika von Spielen zur Bewegungsförderung hinsichtlich ihrer Genderrelevanz systematisch analysiert. Dabei werden nutzungsspezifische Bedürfnisse und Vorlieben identifiziert, welche in gendergerechte Spielansätze mit persuasivem Inhalt übersetzt werden.
  • Persuasion
    Der Forschungsbereich der Persuasion beschäftigt sich mit der Beeinflussung von Personen durch persuasive Strategien. Im Projekt GEMPLAY werden solche Strategien in Zusammenhang mit Technologien und personalisierten Spielkonzepten evaluiert. Der Fokus liegt darin, die Akzeptanz der gendergerecht personalisierten Spiele und ihre Überzeugungskraft (Persuasiveness) zu erforschen und zu stärken.

Ein wesentlicher Aspekt in dem vorliegenden Forschungsvorhaben ist die genderwissenschaftlich fundierte Vorgehensweise. Hierbei werden Gender-Aspekte nicht nur in den einzelnen Teildisziplinen betrachtet, sondern auch in der gesamten wissenschaftlichen Abhandlung des Vorhabens. Dieser Zusammenhang und die Interdisziplinarität des Forschungsprojekts wird in der nachfolgenden Grafik noch einmal zusammengefasst.

GEMPLAY Standbeine

 

Die Basis für eine sinnvolle Art der gendergerechten Personalisierung bildet die Kenntnis über die Bedürfnisse und Präferenzen von NutzerInnen. Im Kontext von Spielen zur Bewegungsförderung sind dabei die Bereiche Bewegungsverhalten, Spielverhalten und Persuadability – wie bereits zuvor erwähnt – und deren Zusammenhang mit den Lebenswelten von Frauen und Männern von Bedeutung. Um die Förderung der körperlichen Bewegung durch den Einsatz von gendergerechten, spielerischen Persuasionsstrategien zu fördern und damit sowohl Frauen als auch Männer als Zielgruppe anzusprechen, verfolgt das Projekt GEMPLAY folgende Vorgehensweise:

  1. Identifikation von Genderaspekten bei Bewegung, Gaming und Persuasion und Schaffung von Strukturmodelle
    Durch umfassende empirische Forschung werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Geschlechter in den Bereichen Bewegungsverhalten, Gaming und Persuasion identifiziert. Durch Einbezug weiterer Personeneigenschaften werden differenzierte Strukturmodelle erstellt, die die Aspekte Bewegungsverhalten, Spielverhalten und Persuadability enthalten.
  2. Erstellung von Nutzungstypen und Personas für Spiele zur Bewegungsförderung
    Basierend auf den gefundenen Zusammenhängen zwischen Personenmerkmalen und Aspekten des Bewegungsverhaltens, Spielverhaltens und der Persuadability, werden Nutzungstypen erstellt. Diese definieren unterschiedliche Typen von NutzerInnen, die in Spielen zur Bewegungsförderung unterschiedlich unterstützt werden müssen. Für jeden Nutzungstyp wird basierend auf der Geschlechterverteilung und der Verteilung anderer Merkmale eine repräsentative Persona erstellt.
  3. Entwicklung und Evaluierung von gendergerechten Spielkonzepte zur Bewegungsförderung und Erstellung von Gestaltungsrichtlinien
    Aufbauend auf den Nutzungstypen und Personas werden konkrete Ansätze für Spiele konzipiert, die einen explizit personalisierten Fokus verfolgen. Dabei werden sowohl spezifische als auch inklusive Konzepte entwickelt und evaluiert, die für einzelne bzw. mehrere Nutzungstypen zugeschnitten sind. Das Ergebnis ist ein iterativ überarbeiteter Katalog von Spielkonzepten und eine Sammlung von Gestaltungsrichtlinien für gendergerechte Spiele zur Bewegungsförderung.